Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Ortsgruppe Zwickau

Wir fangen schon mal an: ADFC und Bürgerinitiative setzen Zeichen für Radweg S31

Pressemitteilung zum symbolischen ersten Spatenstich für den Radweg an der S 31 zwischen Mügeln und Leisnig

Unter dem Motto „Wir fangen schon mal an“ haben der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Sachsen und die Radweg-Bürgerinitiative S 31 heute an der Staatsstraße 31 südlich von Mügeln den symbolischen ersten Spatenstich für den dringend benötigten Radweg gesetzt. Mit Spaten und Warnwesten protestierten zahlreiche Bürgerinnen, Bürger und der ADFC gegen die anhaltende Untätigkeit des Freistaates Sachsen und die mangelnde Beteiligung der Betroffenen vor Ort.

Seit über 20 Jahren setzen sich die Menschen in und um Mügeln für eine sichere Radverbindung entlang der S 31 nördlich der Autobahn A 14 ein. Im Sommer 2014 wurde die 6,6 Kilometer lange Trasse zwischen Mügeln und Leisnig rein „autogerecht“ ausgebaut – zulasten des Radverkehrs. Seitdem fahren Autos auf dem Abschnitt deutlich schneller, während wichtige Alltagsziele wie die Grundschule Neusornzig und das Mügelner Freibad für Radfahrende, insbesondere für Schulkinder, nur unter erheblicher Gefahr zu erreichen sind. Obwohl das Projekt im Sächsischen Radverkehrskonzept verankert ist, ist der reale Baustart nicht absehbar.

Den Zorn der Beteiligten brachte jüngst eine Entwicklung im Juni 2026 zum Überlaufen: Zu einer entscheidenden Planungsberatung hinter verschlossenen Türen wurden weder die Bürgerinitiative noch der ADFC oder betroffene Grundstücksbesitzer eingeladen. Einzig der Bürgermeister von Mügeln war anwesend. Dass ausgerechnet jene Eigentümer und Verbände übergangen wurden, deren Kooperation für den Grunderwerb und die Realisierung des Radwegs zwingend notwendig ist, sorgt in der Region für fassungsloses Unverständnis.

Janek Mücksch, Vorsitzender des ADFC Sachsen, erklärte im Rahmen der Aktion:„Dass der Freistaat Sachsen die Planung eines Radwegs mit ‚höchster Priorität‘ zusichert, dann aber 12 Jahre keinen einzigen Meter baut, ist ein Armutszeugnis. Die Krone setzt dem Ganzen nun der Umgang mit den Menschen vor Ort auf: Eine Planungsberatung durchzuführen, ohne Betroffene, Grundstücksbesitzer und den ADFC einzubinden, lässt tief blicken. Wenn der Freistaat an der S 31 nicht in die Gänge kommt, fangen wir eben schon mal an! Wir fordern ein Ende der Bummelei und endlich einen verbindlichen Baustart für den Radweg.“

Hunderte gesammelte Unterschriften, Demonstrationen und Fahrradkorsos in den vergangenen Jahren verdeutlichen, wie dringend der Wunsch nach einem sicheren Radweg an der S 31 ist. Mit der heutigen Spatenstich-Aktion haben Anwohner und Betroffene den Druck auf die sächsische Verkehrsministerin Regina Kraushaar und den Sächsischen Landtag nochmals deutlich erhöht.


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